Gesetzliche Erbfolge

Bei der gesetzlichen Erbfolge wird der Erblasser von seinen jeweils nächsten Verwandten beerbt. Vorrangig erben die Kinder des Erblassers, unter Umständen auch die Enkel. Sind solche Erben nicht vorhanden, können auch Eltern, Geschwister und andere Verwandte erbberechtigt sein. Neben den Verwandten hat auch der Ehegatte des Erblassers ein gesetzliches Erbrecht.

Beispiele:

    B stirbt und hinterläßt seine Ehefrau und zwei Kinder. Die Eheleute haben im gesetzlichen Güterstand gelebt und keinen Ehevertrag geschlossen. Die Ehefrau erbt im gesetzlichen Güterstand 1/2-Anteil, die Kinder je 1/4-Anteil.
    Witwe B hat zur Zeit ihres Todes zwei Kinder, der Ehemann ist bereits vor 20 Jahren verstorben. Beide Kinder erben zu gleichen Teilen. Nur wenn ein Kind unter Hinterlassung von Enkelkindern bereits vorverstorben ist, erhalten die Enkelkinder gemeinsam den auf das vorverstorbene Kind entfallenden Erbanteil.
    Student S ist zum Zeitpunkt seines Todes unverheiratet und hat keine Kinder. Er wird von seinen beiden Eltern zu je ½ beerbt. Falls ein Elternteil bereits vorverstorben ist, fällt dessen Erbanteil an die Geschwister des S.
    C stirbt und hinterläßt seine Ehefrau. Die Ehe war kinderlos, die Eltern des Ehemanns leben noch. Für die Ehe galt der gesetzliche Güterstand. In diesem Fall wird die Ehefrau Erbin zu 3/4, die Eltern des C erhalten je 1/8-Anteil.

Sofern kinderlose Ehepaare vermeiden wollen, daß im Todesfall Teile des Nachlasses auf die Eltern des Erblassers oder seine Geschwister übergehen, ist die Errichtung eines Testaments oder der Abschluß eines Erbvertrages notwendig.

Auch für Paare, die in nichtehelicher Lebensgemeinschaft leben und sich gegenseitig für den Fall des Todes eines Partners absichern wollen, ist die Errichtung eines Testaments oder Erbvertrages unerläßlich. Denn unverheiratete Partner haben kein gesetzliches Erbrecht.

Quelle: Notarkammer Sachsen

 

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